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Radlager Hinterachse erneuern – 1979 Camaro Z28

Dieser Bericht (zur Verfügung gestellt vom User ocmorat aus dem  F-Body Forum ) zeigt ein kleines „How To “ zum Erneuern der äusseren Hinterachs-Radlager am Beispiel meines 79er Z/28.
Sollte jemand mit der Ausführung nicht zufrieden sein, oder etwas ergänzen wollen- you`re welcome! Macht solche Reparaturen bitte nur selbst, wenn Ihr wisst was Ihr da tut- wer hier pfuscht verliert sein Rad und oder sein Leben! That`s just what I did to my car…….

So nun aber los 😉

Zu Beginn natürlich Auto sicher! aufbocken, Hinterräder und Bremstrommeln demontieren.
(hierzu ggf. Handbremsseil lockern…..)

Nächster Schritt: Ölwanne mit mindestens 2,5l Fassungsvermögen unter das Differential stellen und die Schrauben des Differentialdeckels lösen.
Nach Lösen der Schrauben vorsichtig den Deckel rundherum abhebeln.

Wenn das Öl ausgelaufen und der Deckel ab ist, sieht das ersteimal so aus:

Jetzt dreht Ihr die Hinterachse (Leerlauf eingelegt) bis die Sicherungsschraube, die den Mittelbolzen hält gut erreichbar ist und löst diese.

nach Demontage der Schraube dreht Ihr das Diff. wieder ein bisschen, so das der Mittelbolzen herausgezogen werden kann.
(lässt sich nach Demotieren der Schraube ganz leicht bewegen.)

Wenn der Bolzen demontiert ist lassen sich beide Steckachsen durch leichten Druck aussen auf die Radaufnahme einige Milimeter nach innen, Richtung Achsmitte schieben.

Sind die Steckachsen etwas nach innen geschoben, könnt Ihr am Differential die C-Clips herausnehmen, die die Steckachsen in zusammengebautem Zustand zusammen mit dem Mittelbolzen in ihrer Position halten.

Sind die C-Clips links und rechts entnommen, könnt Ihr von aussen am Radflansch die Steckachsen aus der Achse ziehen.

Wenn Ihr die Achse jetzt nicht recht neugierig dreht, fallen Euch die Räder des Differentials nicht runter und Ihr müsst die nicht wieder reinfummeln ……..

Somit habt ihr freie Bahn um Simmeringe und Lager zu demontieren

Der Simmering lässt sich leicht heraushebeln

Beim Lager wird es dann etwas schwieriger:

Fachgerecht wird es mit einem passenden Innenabzieher demontiert-
Vielleicht kann jemand aus dem Forum hier noch eine genaue Bezeichnung nennen?

Ich konnte es mit einem „umgedrehten“ Abzieher aus meinem Fundus herausziehen.

War aber etwas umständlich………

Für die „erfahrenen Landmaschinenmechaniker“ unter uns gibt es noch eine ganz rustikale Möglichkeit das Lager aus der Achse zu bekommen, bei der ein Fräser mit im Spiel ist- darauf wollen wir hier aber nicht näher eingehen……

Sind die Simmeringe und Lager demontiert, die Lagersitze in der Achse inspiziert und für gut befunden-

Gilt es die Steckachsen zu prüfen.

Da die Steckachsen aussen auf den vergleichsweise schmalen Lagerrollen laufen, ist hier wohl gerne mal die Steckachse „eingelaufen“.
– ergibt spürbares Lagerspiel

Sieht dann so aus 🙁

Kleiner Hinweis:
Verschleiss hier dürfte wohl auch durch zu niedrigen Ölstand in der Hinterachse stark beschleunigt werden – ist dieser zu niedrig, gelangt kein Öl mehr zur Schmierung nach aussen an diese Lager……..
Also immer schön auf den Ölstand in der Hinterachse achten 😉

Ausserdem an den Steckachsen zu prüfen:

Verzahnung, die im Differntial steckt und die Nuten, in denen die C-Clips stecken.

Sind die Nuten, oder die C-Clips selbst verschlissen, ergibt das zusammengebaut ungutes Axialspiel.

An diesem Punkt also auch einen genauen Blick auf die C-Clips selbst werfen –
sollten diese Verschleiss zeigen sollten auch diese erneuert werden-
C-Clips sind günstig bei den üblichen Verdächtigen zu bekommen – auch als Sortimente in verschiedenen Stärken.

Durch die verschiedenen Stärken kann man wohl eine leicht erweiterte C-Clip Nut in der Steckachse ausgleichen- bei mir haben die „stärksten“ C-Clips aus dem Sortiment gepasst…

Der Zusammenbau hängt nun vom Zustand eurer Steckachsen ab.

Sind eure Steckachsen einwandfrei könnt Ihr neue Standardlager und Simmeringe verwenden, sind die Steckachsen eingelaufen wie in meinem Fall, gibt es 2 Möglichkeiten:

1. Neue Steckachsen und Standardlager – per Direktimport wäre mich das auf ca. 430.- € + Radlager gekommen, bei den üblichen Vedächtigen auf gut 500.- € + Lager.

2. Versatzlager (Tip von TOM, Danke 😉 ) – kosten ca. 80.-€ bei M&F …
Hier werden nicht wie beim Standardeinbau 2 Bauteile eingesetzt – Lager und Simmering – sondern die Versatzlager bestehen aus einem Teil. In diesem Bauteil sitzen die Lager etwas „weiter aussen“ als bei Standardeinbau. Somit laufen die Steckachsen nicht mit der „beschädigten“ Oberfläche auf den Lagerrollen, sondern etwas weiter aussen, wo die Oberfläche noch gut ist.
Die Abdichtung ist schmaler als der Standard-simmering und in die Versatzlager integriert.

Wenn Ihr also entschieden habt, was Ihr verbauen wollt folgt der Zusammenbau
-in diesem Fall habe ich mich für Versatzlager entschieden.

Nachdem alle Bauteile liebevoll gereinigt sind werden als erstes die Radlager gesetzt.

Radlager am Achsrohr ansetzten und leicht einklopfen-
dann mit Messingdorn oder dem alten Lager als Schutz gefühlvoll ganz bis zum vorhandenen Anschlag im Achsrohr einklopfen.

Dann bei Standardeinbau den Simmering bis bündig oder auch etwas weiter in das Achsrohr einklopfen, Bei Versatzlager entfällt dieser Schritt-

zu beachten:

die Versatzlager können nicht bis bündig eingklopft werden – sie stehen bis Anschlag eingeklopft 1/4″ bis 1/2 “ (siehe Beipackzettel) über!
in meinem Fall sogar links und rechts ungleich viel…….. 🙁

Versatzlager sind gefettet – nicht reinigen, oder nachschmieren, sollen auch mit Dichtmasse eingesetzt werden.

Je nachdem was Ihr verwendet habt, sieht das dann so:

oder so:

aus.

Nächster Schritt:

Die Steckachsen leicht einölen und vorsichtig in die Achse einführen.

Dabei dringend auf die Simmeringe achten, nicht auflegen.

Dafür braucht man(n) 2 Hände – darum auch kein Foto 🙂

Durch leichtes Hin.- und herdrehen rutscht die Steckachse innen in die Verzahnung der Differentialräder.

Sind die Achsen in die Verzahnung der Differntialräder gerutscht nur soviel nach innen schieben, das Ihr die C-Clips wieder einsetzen könnt.

Nicht mit Gewalt weiter nach innen drücken sonst beschädigt ihr die Simmeringe.

C-Clips einsetzen und die Steckachsen wieder soviel nach aussen drücken, dass die C-Clips sauber in den Aussparungen der Differentialräder sitzen.

Jetzt könnt Ihr den Mittelbolzen wieder einsetzen und mit der Schraube fixieren.

Etwas Schraubensicherung schadet hier nicht!

Nochmal drüber schauen ob auch alles richtig sitzt und auch mal probedrehen….
dann Dichtflächen reinigen, Dichtung erneuern und Deckel wieder montieren.

Hier Öl auffüllen bis Überlauf:
(ich verwende 80W90 Hypoid bei Achse ohne Sperre- falls ihr ein Sperrdiff habt, denkt an den Zusatz)

Dann Bremstrommeln und Räder drauf und nochmal Radlagerspiel axial und radial kontrolliern-

Das war`s schon 😉

Viel Erfolg!